Studium: Master "Angewandte Philosophie"

Institut für Philosophie

 

Ab dem Sommersemester 2019 kann in Bremen Philosophie im Masterstudiengang "Angewandte Philosophie" studiert werden. Das Studium kann im Sommer- und im Wintersemester begonnen werden. Bewerbungen sind willkommen und können ab Dezember an das Online-Bewerbungsportal der Universität Bremen gerichtet werden. Auf dieser Seite finden Sie erste Informationen zu diesem Studiengang.
Die Lehrveranstaltungen für das Sommersemester 2019 finden Sie hier.

Weitere, ausführliche Erläuterungen zu den Modulen, den Studieninhalten
und Prüfungsmodalitäten finden sich hier.

 

Konzept des Masterstudienganges "Angewandte Philosophie"

Die philosophische Auseinandersetzung mit Fragen, die aus anderen Wissenschaften oder aus der Gesellschaft kommen, bildet den Schwerpunkt der Philosophie in Bremen. Angemessene Antworten auf solche Fragen erfordern ein die Disziplinen übergreifendes Denken. Die aus der philosophischen Tradition überlieferten Denkmodelle sowie die in der neueren Zeit erarbeiteten analytischen Methoden tragen zu einem interdisziplinären Verständnis dieser Fragen bei. In diesem Sinne wurde in Bremen die bundesweit erste Professur für Angewandte Philosophie eingerichtet. Der Masterstudiengang führt diese Ausrichtung weiter fort, indem er die in Bremen vertretenen Spezialisierungen in Forschung und Lehre miteinander verknüpft: Naturphilosophie und Philosophie der Naturwissenschaften im Bereich der Theoretischen Philosophie, Politische Philosophie, Rechtsphilosophie und „Angewandte Ethik“ (Medizinethik, Tierethik u.a.) im Bereich der Praktischen Philosophie sowie Themenbereiche, in denen sich relevante Frage­stel­lun­gen der Theoretischen und Praktischen Philosophie überschneiden: Musik- und Filmphilo­sophie, Anthropologie, Handlungstheorie.

Neben der thematischen Bandbreite der Angewandten Philosophie ist uns ihr methodischer Charakter wichtig. „Anwendung“ hat zwei Aspekte: Sie betrifft zum einen die Quelle ihrer Inhalte – es handelt sich um Fragen, die „von außen“ kommen; zum anderen ihre Methoden – die Angewandte Philosophie entwickelt auch eigene Methoden und ist aber zugleich eng mit der Philosophie als Grundlagenforschung verbunden. Die Philosophie nimmt Fragen aus Wissenschaft und Lebenswelt auf, indem sie sie im Lichte relevanter philosophischer Problemgehalte identifiziert und kritisch reflektiert. Ausgehend von Themenstellungen und Denkwegen der Angewandten Philosophie wird ersichtlich, wie sich abstrakte und grundsätzliche Fragestellungen aus konkret erscheinenden Ausgangs­problemen ergeben können. Umgekehrt ist auch die Rückbindung und „Rückübersetzung“ philosophischer Abstraktionen in lebensweltliche und wissenschaftliche Kontexte wichtig.

Im Idealfall hat die Angewandte Philosophie somit auch das Potential, das Verständnis für die philosophische Tätigkeit insgesamt zu vertiefen. Sofern Philosophie nach Voraussetzungen und Bedeu­tungen fragt, kann die angewandte Philosophie in der Tradition des sokratischen Fragens als eine spezifische Erschließungs- und Explikationsmethode aufgefasst werden, die dabei auch die Geltung von (wirklichen oder vermeinten) Selbstverständlichkeiten befragt. Dementspre­chend sollen im Masterstudium an verschiedenen konkreten Anwendungsfällen allgemeine Kompetenzen erworben werden. Besonderes Augenmerk wird auf folgende Fragen gerichtet:

Wie geht man mit gegensätzlichen Zielvorstellungen und widersprüchlichen Ansprüchen um? Wie hilfreich sind dabei Begriffsklärungen und operationalisierbare Kriterien? Inwiefern können sie bspw. helfen, weltanschauliche Konflikte in hermeneutische Konflikte der Situationsbeschreibung umzuwandeln? Wie kann man mit echter Pluralität umgehen? Wie kommt man zu neuen theoretischen Alternativen und praktischen Lösungen? Welche Rolle können Experten in Situationen der Unsicherheit spielen?

Der Master Angewandte Philosophie ist in besonderer Weise geeignet, auf die vielfältigen Arbeitsbereiche vorzubereiten, in denen AbsolventInnen der Philosophie tätig werden können und sollten.

 

Für wen ist der Masterstudiengang "Angewandte Philosophie" interessant?

Der M.A. richtet sich an alle Studierenden der Philosophie sowie an Studierende von Fächern wie Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie, Biologie, Physik, Informatik, Kulturwissenschaften u.v.a., die aus diesen Fachkompetenzen heraus philosophisch klärungsbedürftige Problemlagen erkannt haben und in einem forschungs- und anwendungsbezogenen philosophischen Masterstudiengang die Befähigung zu deren Analyse und Bearbeitung erwerben möchten. Unerlässlich ist hierfür die Bereitschaft und Fähigkeit zur Erarbeitung schwieriger Texte und Problemkonstellationen.

Die Module

Der Masterstudiengang umfasst die folgenden Module:

  • Fachmodul Theoretische Philosophie (3 LV, 6 SWS)

  • Fachmodul Praktische Philosophie (3 LV, 6 SWS)

  • Philosophie in den Wissenschaften - Interdisziplinäres Modul - Lehrveranstaltungen mit explizitem Bezug zu einer anderen Wissenschaft (3 LV, 6 SWS)

  • Philosophie und Gesellschaft - Reflexion auf Resultate und Methoden der Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften und deren Einfluss auf Kultur und Gesellschaft (3 LV, 6 SWS)

  • Philosophie in der Öffentlichkeit - Projektmodul mit eigener Forschungsarbeit und anschließenden Projekten (z. B. eigenständige Planung von Workshops, Autorenworkshops, Or-ganisation und Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen, die sich mit Problemen angewandter Philosophie befassen) (2 LV, 4 SWS)

  • Praktikum

  • Abschlussmodul (Masterarbeit und Kolloquium)

Weitere, ausführliche Erläuterungen zu den Modulen, den Studieninhalten und Prüfungsmodalitäten finden sich hier:

Modulbeschreibungen und Studienverlaufsplan

Prüfungsordnung

Aufnahmeordnung

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